Alle (zwei) Jahre wieder

Nach einem Jahr Pause findet die Deutschland-Rallye wieder in Trier statt.

Natürlich gibt es auch nach einem Jahr Pause das übliche Pro und Contra.

 

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass dieses Großereignis nur einmal im Jahr stattfindet. Das sind vier Tage, die für manche Bürger den Ausnahmezustand bedeuten, aus diversen Gründen. Das ist nicht immer einfach, sollte aber doch verkraftbar sein. Wenn Trier die Rallye nicht mehr haben will, dann zieht der Tross eben in eine andere Stadt. Es gibt genügend Städte, die sich die Finger nach so etwas lecken. Es bringt auf seriöse Art und Weise Geld in die Kassen und Geld kann heute (fast) jede Stadt dringend gebrauchen. Auch für Gastronomie und Hotels ist die Rallye ein Segen.

 

Von nichts kommt natürlich nichts, d.h. es muss zunächst auch von Seiten der Stadt in die Kasse gegriffen werden. Doch das kommt alles wieder zurück. Der Stadt es als Fehler anzulasten sich an der Rallye finanziell zu beteiligen ist lächerlich und provinziell. Über so etwas lacht sich manch anderes Rathaus kaputt und bereitet schon mal seine Bewerbung als künftige Rallye-Austragungsstätte vor.

 

Doch es geht längst nicht nur um das liebe Geld. Es geht darum, die Stadt zu präsentieren, bei den Rallye-Touristen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, so dass die vielleicht wieder her kommen. Es geht darum Kontakte zu knüpfen, die später noch wertvoll sein können. Es geht darum Trier als guten Gastgeber auch für andere Projekte ins Gespräch zu bringen. Die ADAC-Rallye ist für Trier eine Bewerbungsplattform, egal in welcher Hinsicht. Die älteste Metropole Deutschlands kann zeigen, das sie offen ist auch für neues.

 

Wenn die Leute dann nicht mehr argumentieren können, kommen sie mit dem Thema Umweltschutz. Da hat keiner mehr eine Chance. O.K., eine solche Veranstaltung ist nicht unbedingt förderlich für die Umwelt. Doch dann dürften auch keine anderen Großveranstaltungen mehr durchgeführt werden und wir müssten alle Feste absagen. Irgendwo muss die Kirche auch mal im Dorf gelassen werden und den Leuten ein wenig Spaß gegönnt werden. Umweltschutz kann auch anders praktiziert werden. Die Rallye aus Umweltschutzgründen ablehnen, aber gegen Windkraft und Solarzellen vor der eigenen Haustüre sein, dabei sind die doch umweltfreundlich.

 

Ich bin übrigens kein Motorsport-Fan. Aber mit der Rallye hat die Stadt Trier endlich  mal eine Chance aus dem Provinz-Mief heraus zu kommen. Es ist doch toll, so viele verschiedene Nationen in der Stadt zu haben. Und es wäre doch noch toller, wenn die alle nach Hause fahren würden, begeistert über eine schöne, offene und gastfreundliche Stadt Trier. Das wäre doch bestimmt im Sinne aller, auch der Rallye-Gegner, oder?!

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