Frühlingsgefühle im Schnee

Die Sonne ist da! Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang hatte sich der triste Winter verabschiedet. Zumindest vorerst. Ein Comeback ist nicht ausgeschlossen, schon in der zweiten Wochenhälfte soll es wieder grauer und auch nasser werden. Doch daran will ich jetzt noch nicht denken. Der Winter war nicht unbedingt härter als in den Vorjahren, aber er war nachgewiesen trüber. Zwischen Anfang November und Ende Februar waren die Tage mit Sonnenschein rar gesät. Selbst wenn man so wie ich nicht gerade zu Depressionen neigt, „ziehen“ einen die tristen Tage doch etwas runter. Wir sehnen uns also alle nach ein wenig Sonne.

Bereits am vergangenen Wochenende eröffnete ich offiziell meine Wandersaison 2013. Jetzt kommen wieder die ausgedehnten und langen Wandertouren. Am letzten Samstag ging es nach Sien in den Hunsrück. Dort war noch tiefster Winter, wie einige Bilder weiter unten zeigen. Die sehr schöne, naturnahe Wanderstrecke, mit wenig Asphaltanteilen, da können sich manche Vereine eine Scheibe abschneiden, war durch die schwierigen Wegverhältnisse sehr anstrengend. Die 30 Km fühlten sich wie 50 Km an. Doch die Sonne schien uns auf den “Pelz”, die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite und es gab tolle Aussichten. Eine perfekte Frühlingsauftakt-Wanderung durch den Schnee!

Am nächsten Samstag steht bereits der erste IVV-Marathon des Jahres auf meinem Programm. Dafür geht es nach Chiny in Belgien, Provinz Luxemburg. Diese Woche sollen auch noch ein paar Laufkilometer absolviert werden, heute ging es dafür bereits an den Mattheiser Weiher und ins Tiergartental Die Tage sind ja schon etwas länger, da kann man auch nach Feierabend noch im hellen laufen. Es geht also aufwärts, es tut sich was!

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Blog Kalenderwoche 8 – 2013

Die Grippewelle hat Deutschland fest im Griff. In Trier ist es so schlimm, das der Winterdienst nicht immer sichergestellt ist. Es herrscht Personalnot, so dass bei Glatteis nicht nicht alle Straßen freigemacht werden können. Ausgerechnet jetzt, wo der Winter in den letzten Zügen liegt, wurden viele nochmal kalt erwischt. Wer nicht vorgebeugt hat, für den dürfte es jetzt zu spät sein. Dann bleibt nur hoffen, dass der Kelch an einem vorübergeht. Frische Luft und Sauna wirken Wunder, doch es dauert natürlich seine Zeit, bis sich das aufs Immunsystem auswirkt. Am besten schnellstmöglich damit anfangen, damit ist man für den nächsten Winter gerüstet. Und für alle besonders betroffenen Personenkreise hilft dann beim nächsten Mal nur eine frühzeitige Impfung.

Die Deutschen Bischöfe tagten diese Woche in Trier. Der Papst-Rücktritt stand nur außerhalb der Tagesordnung zur Debatte, doch es gab auch so genügend Themen. Am Ende waren sogar tatsächlich Fortschritte zu verzeichnen. Die Pille „danach“ ist nun auch unter katholischen Gesichtspunkten nicht mehr grundätzlich untersagt. Auch in Katholischen Krankenhäusern dürfen Ärzte zukünftig zu diesem Mittel greifen.Was wie ein Meilenstein klingt, ist in Wahrheit keiner. Dafür gibt es dann doch zu viele Einschränkungen, aber diese Entscheidung zeigt zumindest, dass man den Unmut in der Bevölkerung und unter den eigenen Schäflein ernst nimmt. Ansonsten bleibt es dabei: der Kirchenapparat befindet sich im Imbruch, keiner weiß genau wo hin das Schiff segelt und so hält man sich mit konkreten Entscheidungen weitestgehend zurück. Alle warten auf den neuen Papst und auf dessen (neue?) Linie.

Der Versandhändler Amazon steht im Kreuzfeuer der Kritik. Er soll in der Vergangenheit in der Hochsaison Leiharbeiter aus dem Ausland beschäftigt haben und das zu einem absoluten Niedrigstlohn. Das Alleine hätte wahrscheinlich noch keinen aufgeschreckt. Doch diese Leiharbeiter, die von einer Zeitarbeitsfirma angeworben wurden und in Hotels untergebracht waren, sollen von einer Sicherheitsfirma in ihrer (geringen) Freizeit überwacht und eingeschüchtert worden sein. Diese Sicherheitsfirma hat wohl ihre Wurzeln im rechtsradikalen Milieu. Nach einem entsprechenden TV-Bericht in der ARD hat Amazon prompt reagiert. Man hat sich von der zwielichtigen Firma getrennt und will demnächst intern sogar Betriebsräte zulassen. Doch die Kratzer am Image sind erstmal da. Die obersten Chefs in Amerika werden nicht erbaut darüber gewesen sein und mit Sicherheit Konsequenzen gefordert haben. Doch das Versandgeschäft ist hart umkämpft, es geht in Zeiten der Internet-Suchmaschinen nur über den Preis. Der wiederum muss ja irgendwo „herkommen“. Große Änderungen in der Firmenphilosophie dürfen also nicht zu erwarten sein, höchstens kleine Korrekturen. Letztendlich hängt es am Verbraucher selbst, welche Lehren er daraus zieht.

Bundespräsident Gauck nahm sich am Freitag dieser Woche das Thema Europa zur Brust. Seine Rede in Berlin war eindrucksvoll und einmal mehr ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten. Er machte deutlich, wie wichtig ein vereintes und friedliches Europa für alle ist. Er machte auf die Chancen und Möglichkeiten aufmerksam, zeigte aber auch die Risiken auf. Leider ist das Thema Europa inzwischen sehr negativ besetzt. Es hapert an der Außendarstellung. Man könnte sagen, Europa habe ein Image-Problem. Für die Bürger sind viele Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Auf der anderen Seite machen sich viele Politiker gar nicht erst die Mühe, die Bevölkerung über die vielen Möglichkeiten hinreichend aufzuklären. Letztendlich muss auch von Brüssel selbst mehr getan werden, um in den Mitgliedsstaaten nicht für Verdrust zu sorgen. Wofür haben wir denn unserere Europ-Abgeordneten? Deutschland profitiert auf allen Ebenen von einem starken Europa, doch es darf sich hier keine Einbahnstraße entwickeln.

Markus Lanz kann einem Leid tun. Der Nachfolger von Thomas Gottschalk bei „Wetten Dass“ kann machen was er will, die Medien finden immer irgendein Haar in der Suppe. Mal ist es zuviel Routine, dann wieder zu wenig. Ein anderes Mal macht er zuviel Klamuak, dann wieder zuwenig. Einmal hat er zuviel Hollywood-Glanz in seiner Sendung, ein anderes Mal zuwenig. Warum lässt man ihn nicht einmal in Ruhe seine Sendung machen? Er hat definitiv einen anderen Moderations-Stil als Thomas Gottschalk, doch das ist auch gut so. Man sollte ihm eine faire Chance geben und in einem Jahr nochmal darüber sprechen und analysieren. Die ständigen Diskussionen nach jeder Sendung nerven.

Blog Kalenderwoche 7 – 2013

Der Papstrücktritt war natürlich das Thema der Woche. Die Nachricht schlug am Rosenmontag wie eine Bombe ein. Doch es war kein Karnevalsscherz. Papst Benedikt XVI. gab diese Entscheidung wohlüberlegt bekannt. Selbst engste Vertraute wurden jedoch von diesem Schritt überrumpelt. Es ist der erste Papst, der freiwillig aus dem Amt scheidet. Im 15. Jahrhundert verloren zwei Päpste durch ein Konzil ihre Ämter. Seit dem vergangenen Montag vergeht kein Tag, an dem nicht in einer Fernseh-Talkshow über das Thema diskutiert wird. Eines fällt dabei auf: der Rücktritt wird von fast allen Seiten, also sowohl von Papstbefürwortern als auch von Papstkritikern, als Stärke angesehen. Uneinigkeit herrscht, wie man die Leistungen und das Wirken dieses Papstes an sich bewerten soll. Benedikt hat vor allem zu Beginn seiner Amtszeit viele Sympathien gewonnen. Auf dem Weltjugendtag in Köln im Jahre 2005 zeigte er sich überraschend weltoffen und zog die Massen auf seine Seite. Doch die Euophorie legte sich schnell. Der deutsche Papst war halt doch mehr ein Mann der Worte, als der Taten, ein Mann der Theorie. Das zeigte sich auch in seinen vielen Veröffentlichungen. Die Starke von Benedikt war nicht, auf Menschen zuzugehen. Er verstecke sich lieber hinter Büchern und Kirchenregularien. Bei Themen wie Verhütung und Sexuallehre blieb die katholische Kirche dadurch bei ihren verkrusteten Haltungen. Man hatte im Übrigen mehr mit sich selbst zutun, als mit den Schäflein, siehe Missbrauchsskandal. Nicht zuletzt dadurch und durch ein missglücktes Krisenmangement verlor man weiter an Vertrauen. Das eine Institution wie die katholische Kirche nicht wie ein Fähnlein im Wind weht und sich bei jedem Sturm in eine andere Richtung dreht, ist verständlich und ehrenhaft. Doch im 21. Jahrhundert muss innerhalb der Kirche einfach mehr Offenheit und Transparenz herrschen und es müssen für die neuen Lebensbedingungen auch entsprechende Anpassungen im Kirchenaparat vorgenommen werden. Sich einfach auf alte Dogmen oder Kirchenrechte zu berufen, brachte Benedikt viel Unmut ein. Doch Benedikt kann mit der Welt von heute nicht viel anfangen. Er profitierte allerdings davon, dass viele der Mißstände in der katholischen Kirche nicht direkt mit dem Papst in Verbindung gebracht wurden. So ist zumindest in Deutschland der Beliebtheitsgrad am Ende seiner Amtszeit relativ hoch. Durch seinen freiwilligen Rückzug erntete er zusätzlich Sympathien. Doch er hinterlässt viele Bausstellen. Die Kirche steckt in einer schweren Vertrauenskrise. Egal, wer der Nachfolger von Bendeikt XVI. wird: nur wenn alle über ihren Schatten springen und alte Zöpfe abgeschnitten werden, wenn die Zeichen der Zeit endlich erkannt werden, kann es für die katholische Kirche wieder aufwärts gehen. Standhaftigkeit ist wichtig, doch ohne Glaubwürdigkeit geht gar nichts. Die Zeiten des blinden Kirchengehorsams sind nicht mehr zeitgemäß und längst vorbei. Der Glaube an sich muss im Mittelpunkt allen Handelns stehen.

Und wieder ein Lebensmittel-Skandal. Diesesmal geht es um nicht deklariertes Pferdefleisch, das in Tiefkühl-Lasgane entdeckt wurde. Das Geschrei ist wieder groß, auch wenn bisher keine wirklichen Gesundheitsrisiken davon auszugehen scheinen. Wieder werden Arbeitskreise damit beschäftigt sein, alles aufzuklären um zukünftig so etwas zu verhindern. Doch der nächste Skandal ist nur eine Frage der Zeit. Wir müssen endlich weg von dem „billig und schnell“. Wenn wir uns alle etwas bewusster mit den Lebensmitteln beschäftigen, würde die Nachfrage solchen Produkten zurückgehen. Der hohen Nachfrage nach Tiefstpreisen im Nahrungsmittelbereich wird seitens der Zulieferer und Hersteller natürlich Rechnung getragen. Und so kommt es dann, dass in den Regalen unserer Lebensmittel-Discounter und sogar der „Premium-Supermärkte“ plötzlich falsch ausgezeichnetes Fleisch aus einem rumänischen Schlachtbetrieb landet. Wollen wir das wirklich? Natürlich ist alles eine Frage des Preises. Ein Monat ist lang und manche Geldbeutel geben nicht viel her. Doch wenn wir alle nur wenige Cent mehr auszugeben bereit wären, wären wir schon einen Schritt weiter. Wenn wir es „billig“ wollen, dann bekommen wir es auch „billig“. Mit allen Konsequenzen. Die Alternative ist nicht überteuert. Es geht einfach nur darum, beim Einkaufen einmal genauer hinzuschauen und sich zu fragen, was ich mir denn da in den Einkaufswagen lege und wo gewisse Preise herkommen. Mit schärferen Bestimmungen alleine wird man dieses Problem nicht in den Griff bekommen. Schwarze Schafe wird es immer geben, solange ein gewisser Bedarf am Markt gedeckt werden muss.

Die 63. Berlinale ist Geschichte. Es war einer der schwächeren Jahrgänge. Wenige echte Stars, wenige Weltpremieren, durchschnittliche Filme. Das waren noch Zeiten als Roman Polanski den Silbernen Bären gewann, mit seinem Film „The Ghostwriter“ und Pierce Brosnan in der Hauptrolle. Dabei ist das erst 3 Jahre her. Seinem Ruf als politischem Filmfestival wurde Berlin wieder gerrecht. Diesesmal so extrem, wie selten zuvor. Das rumänische Drama „Child’s Pose“ bekam den Hauptpreis. In dem Film geht es um eine Mutter, die ihren Sohn decken will, der ein Kind tot gefahren hat. Warten wir es ab, ob und wann der Film in die Kinos kommt und ob er es über die Großstädte hinaus auf die Leinwände schafft. Für den „normalen Kinogänger“ war im offiziellen Wettbewerb so gut wie nichts dabei. Selbst wenn man gerne mal über den Tellerrand hinausschaut, war das Gezeigte und noch viel mehr das Prämierte in Berlin 2013 schon sehr speziell. Dann widmen wir uns also wieder dem regulären Kinoprogramm.

Blog Kalenderwoche 6 – 2013

Deutschland und seine Doktorentitel. Nach Karl Theodor zu Guttenberg steht jetzt Bildungsministerin Annette Schavan im Fokus.  Erst war der Doktorentitel weg, jetzt ist sie das Ministeramt los. Angela Merkel hat sich lange bedeckt gehalten. Die Kanzelerin wartete einmal mehr ab, wie Opposition und Öffentlichkeit mit der Thematik umgehen. Schavan nahm ihr am Ende eine mögliche Entscheidung ab. Da der Fall Schavan länger zurückliegt und dadurch nicht direkt mit dem von zu Guttenberg zu vergleichen war, hätte die Ministerin mit einem blauen Auge davonkommen können. Doch der Druck war am Ende zu groß und gerade das Argument Vorbildfunktion spielte eine nicht unerhebliche Rolle. Egal, wie schwer der Fall wiegt: der Glaubwürdigkeit unserer Politiker hat es wieder geschadet.

Ein neues Projekt soll Langzeitarbeitslose, also Hartz-IV-Empfänger, zwischen 25 und 34 Jahren zukünftig besser vermittelbar machen. Diese Zielgruppe soll hierzu schwerpunktmäßig in den Ausbildungsmarkt vermittelt werden, da viele von ihnen überhaupt keinen Berufsabschluss haben. Nach dem Motto: Ausbildung für alle. Das Projekt macht durchaus Sinn: zum einen gibt es derzeit in vielen Regionen Deutschlands mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Zum anderen hilft den jungen Leuten eine solide Berufsausbildung mittel- und langfristig mehr, als eine kurzfristige Niedriglohn-Beschäftigung. Jetzt liegt es an der Umsetzung, damit sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern wirklich geholfen wird. Die Ausbildungsplätze dürfen keine verkappten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sein und die jungen Leute dürfen nicht als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden. Den Arbeitssuchenden müssen die Chancen erläutert werden, die sich durch eine Ausbildung ergeben. Es ist eine große Chance, dem Leben als Arbeitslosengeldempfänger zu entkommen.

Es geht also doch. Die deutsche Fußballnationalmannschaft kann also doch noch Testspiele gewinnen. Mit Frankreich wurde dabei auch noch eine der sogenannten großen Fußballnationen geschlagen. Das Verblüffendste dabei: es wurde sogar noch schöner Fußball gespielt. Selten in den vergangenen Jahren gab es von einem deutschen Team eine solche Laufbereitschaft in einem Testspiel. Selbst von Rückschlägen wie dem 0:1 kurz vor der Pause ließ man sich diesesmal nicht beeindrucken. Man blieb der eigenen Linie treu, drehte das Spiel in Halbzeit zwei und gewann am Ende mit 2:1. Es war der erste Sieg in Frankreich seit 1935. Nur kurz vor Schluß wackelte man ein wenig und verfiel für einige Minuten in den alten Trott. Am Ende stand die Erkenntnis, dass das deutsche Team dieses mißglückte EM-Jahr 2012 vergessen lassen will. Es war ein guter Auftakt, nahezu perfekt, um auch das zuweilen überkritische deutsche Publikum wieder für sich zu gewinnen. Dabei fehlten sogar noch einige Leistungsträger wie Schweinsteiger, Götze und Klose. Doch dieser Jahresauftakt macht Lust auf die nächsten Auftritte des DFB-Teams und lässt hoffen auf ein baldiges Ende der titelosen Zeit.

Die Eröffnung des Straßenkarnevals in Trier wurde im vergangenen Jahr überschattet von zahlreichen jugendlichen Alkoholsündern. Teilweise wurde bis zu Besinngslosigkeit Alkohol konsumiert. Es war ein trauriges und schockierendes Bild, das sich Polizei und Ärzten und auch den Anwohnern 2012 bot. Als Konsequenz gab es in diesem Jahr am Weiberdonnerstag auf dem Hauptmarkt nur eine kleine Veranstaltung. Im gesamten Innenstadtbereich galt in der Öffentlichkeit Alkohlverbot. Das Ende vom Lied: es kamen nur wenige Narren in die Stadt und es kam so gut wie keine Stimmung auf. Das kann nun auch nicht gewollt sein, auch wenn es die älteste Stadt Deutschlands damit sogar ins Fernsehen schaffte. Doch wie kann man zukünftig angemessen feiern und gleichzeitig solche Ausfälle wie 2012 vermeiden? Warum macht man es z.B. nicht wie beim Trierer Altstadtfest? Man definiert einen sogenannten Festbereich (z.B. mit Gittern) und kontrolliert die Einlässe dazu. Es dürfen keine Getränke mit hinein genommen werden. Innerhalb dieses Festbereichs könnte gefeiert werden und es könnten auch alkoholische Getränke verkauft werden. Schließlich funktioniert das auch bei Stadtfest und Moselfest, warum nicht auch an Fastnacht? Oder will man zukünftig auch Straßenfeste verbieten? Getränkestände mit Mineralwasser und Tee sind zwar gut gemeint, aber überflüssig. Die anderen närrischen Hochburgen lachen sich über Trier kaputt. Stadt und ATK sollten sich nach den närrischen Tagen schleunigst an einen Tisch setzen und aufhören, die Verantwortung herumzureichen. Entweder man will feiern oder nicht. Dazwischen gibt es nichts. Auch die Schulen müssten hierfür noch mehr ins Boot genommen werden. Konsequenter und regulärer Unterricht an Weiberfasching ist doch nicht zuviel verlangt. Außerdem müssen bereits im Vorfeld die Eltern in einem offenen Brief über die Sachlage informiert werden. Einfach alles abzusagen oder “Karneval light” zu praktizieren, ist keine Lösung. Dann sollte man die Eröffnung des Straßenkarnevals zukünftig wirklich besser komplett absagen.

Am vergangenen Donnerstag wurden die 63. Berliner Filmfestspiele eröffnet. Am gleichen Tag startete der neue Film “Kokowäh 2″ von Til Schweiger in den Kinos. Ein Schelm, wer da was Böses denkt. Während in Berlin das Arthouse-Kino dominiert und eher schwierige Themen auf der Agenda stehen, will Schweiger einfach nur das Publikum unterhalten. Und spaltet damit die Filmnation. Die einen stöhnen schon auf, wenn sie nur seinen Namen hören, die anderen pilgern wegen ihm ins Kino. Schweiger ist ein begnadeter Filmemacher, der hervorragend unterhalten kann. Nicht mehr und nicht weniger.”Knockin on heavens door” oder “Barfuss” sind auch noch Jahre nach ihrer Kinoauswertung genau das Richtige für einen unterhaltsamen Filmabend. Doch leider hat sich Schweiger von Hollywood anstecken lassen und verlegte sich in in den vergangenen Jahren immer mehr auf die Fortsetzungen seiner erfolgreichen Beziehungskomödien. Seine Filme haben fast immer das gleiche Schema, sie sind handwerklich hervorragend gemacht, aber völlig überraschungsfrei. Dabei war es gerade Schweiger, der Ende der 90-er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends mit immer neuen Ideen das deutsche Kino verzückte. Diese Zeiten sind vorbei, er setzt stattdessen auf altbewährtes, geht also auf Nummer sicher. Der Erfolg gibt ihm Recht. Fast alle Ausflüge außerhalb des Genres der Komödie sind gefloppt, also bleibt der Schuster bei seinen Leisten. Das ist sein gutes Recht, allerdings muss er sich dafür auch Kritik gefallen lassen. Darauf reagiert aber ausgerechnet der Medien-Profi Schweiger sehr dünnhäutig. Seine jeweils neuesten Werke werden den meisten Filmkritikern der Nation vorenthalten, d.h. die Damen und Herren der schreibenden Zunft müssen mit dem “normalen” Kinofan warten bis zum offiziellen Start. Der Grund ist klar: Schweiger will im Vorfeld keine negativen Kritiken über seine Filme lesen. Über sowas sollte der neue Tatort-Kommissar doch drüber stehen. Übrigens: am Wochenende ging Schweiger auf der Berlinale über den roten Teppich. Er war in einer Nebenrolle eines Berlinale-Beitrags zu sehen.

Blog Kalenderwoche 5 – 2013

Die Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gab in der vergangenen Woche ihre Regierungserklärung ab. Sie hat holde Ziele. Die Wahl-Triererin will eine Politik der Nachhaltigkeit, sie will mehr Transparenz in den politischen Vorgängen. Sie forciert ein Miteinander von Jung und Alt und setzt auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ihre Ziele sind nicht neu, doch bei Dreyer hören sie sich noch nicht so ausgelutscht an, wie bei vielen anderen Politikern. Obwohl auch sie bereits einige Jahre auf der politschen Bühne steht, wirkt sie noch unverbraucht und ehrlich. Das spiegeln auch die guten Umfragergebnisse wieder. Könnte die Ministerpräsidentin vom Volk direkt gewählt werden, würde Dreyer weit über 50 % der Stimmen bekommen. Julia Glöckner (CDU) von der Oppositon landet abgeschlagen bei etwas mehr als 20 %. Die Herausforderin bleibt bisher auch noch ungewohnt ruhig. Kein Wunder: die größte Herausforderung für Malu Dreyer wird der Nürburgring werden. Das ist die größte Baustelle in Rheinland-Pfalz und mit ihr könnte die SPD-Regierung bei der nächsten Landtagswahl stehen oder fallen.

Peer Steinrück wird´s gefreut haben. Seit etwa zwei Wochen ist er aus den Schlagzeilen. Ausgerechnet die FDP hat ihn da abgelöst. War es zunächst das gute Wahlergebnis in Niedersachsen, ist es jetzt eine „Herrenwitz-Affäre“, welche die Gazetten füllt. Rainer Brüderle, designierter FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, soll vor über einem Jahr zu später Stunde an einer Hotel-Bar etwas eindeutig zweideutig gewitztelt haben. Das wäre alles nicht schlimm, doch sein Gegenüber war eine Journalistin des Magazins STERN. Und die junge Dame fand das wohl gar nicht lustig. Warum nur kommt diese Geschichte erst jetzt nach über einem Jahr an die Öffentlichkeit? In Deutschland ist eine Grundsatzdiskussion losgebrochen, die sogar die Talkshow von Günther Jauch erreicht hat. Als hätten wir keine wichtigen Probleme.

Am 30. Janaur vor 80 Jahren kam es zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg als Reichskanzler vereidigt. Damit begann Deutschlands Untergang. Für viele ist dieser Tag der schlimmste in der Deutschen Geschichte. Dabei ist der Begriff Machtergreifung nicht ganz korrekt, es war keine „Ergreifung“ im eigentlichen Sinne. Durch die taktischen Spielereien einiger mehr oder weniger hochrangigen Politiker der damaligen Zeit, kam Hitler ziemlich legal an die Macht. Dem deutschen Volk ging es schlecht, kein Politker wollte in der schweren Zeit Verantwortung übernehmen und es gab keine stabilen Mehrheiten. Viele sehnten sich nach einem starken „Führer“. Also „schob“ man Hitler in die Verantwortung – mit dem Plan, ihn zu kontrollieren und später wieder aus dem Amt zu jagen. Doch diese Herren Politiker sollten sich schrecklich geirrt haben. Einen Hitler konnte man nicht kontrollieren. Der Diktator stürzte Deutschland in den Abgrund. Der 30. Januar ist ein Tag, den man nie vergessen sollte.

Sei dem vergangenen Donnerstag läuft der Film „Zero Dark Thirty“ in den Kinos. Zum ersten Mal wird auf der großen Kinoleinwand die Ergreifung und Eliminierung von Osama Bin Laden gezeigt. Ein heikles Thema, das aber großartig umgesetzt wurde. Ohne jeglichen amerikanischen Pathos, dafür mit aufwühlenden und nervenaufraubenden Szenen. Regisseurin Kathryn Bigelow macht genau das Richtige: sie bewertet nicht, sie zeigt nur. Ein ganz wichtiger Film, den man gesehen haben muss.

Heino hat sich wieder zurückgemeldet. Doch nicht mit volkstümlicher Musik, sondern mit einem Album, auf dem er Klassiker der deutschen Rockgeschichte covert. Da interpretiert er z.B. „Junge“ von den Ärzten und „Haus am See“ von Peter Fox. Die Schlagzeilen waren ihm sicher und auch ein guter Verkaufsstart dieser CD. Einige Aufschreie der „Ge-coverten“ gab es prompt, doch die dürften bald ruhiger werden. Schließlich hat Heino genau damit gerechnet und wollte wohl auch mal testen, wie viel Toleranz diese Musiker, die ja so oft genau davon singen, auch wirklich haben. Eine Frage stellt sich mir aber noch: wer kauft denn jetzt diese CD? Heino´s Stammpublikum dürften die Texte und Rhythmen eher verstören, die jüngeren dürften ein Problem mit Heino an sich haben. Wer war es denn jetzt?!?

Blog Kalenderwoche 4 – 2013

„Hurra wir leben noch!“ Das war der Soundtrack zum Wahlabend in Niedersachen. Sie sind wieder da, die Liberalen von der FDP. Fast 10 % bei der Landtagswahl in Niedersachsen. Selbst kühnste Optimisten haben damit nicht gerechnet. Sämtliche Prognosen wurden über den Haufen geworfen. Doch was ist dieser Erfolg eigentlich wert? Auf jeden Fall sorgte die Leihstimmen-Aktion für Katerstimmung in der CDU und das Bundesweit. Bei der vierten Landtagswahl in Folge reichte es nicht für eine Schwarz-Gelbe-Koalition. Die Folge: es geht die Stimmenmehrheit im Bundesrat verloren. Für die nächsten Monate, wo man im Hinblick auf die Bundestagswahl mit einem überzeugenden Ergebnis gerne etwas Ruhe gehabt hätte, bedeutet dies genau das Gegenteil. Natürlich steht die CDU in der Wählergunst als Partei (noch) deutlich vor der SPD. Zum Alleine regieren wird es aber kaum reichen. Sich nur auf die Patzer von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu verlassen, ist auch zu wenig. Die alles entscheidende Frage aus CDU-Sicht lautet da: reicht es im September zu einer Koaliton mit der FDP? Oder müssen da wirklich neue Bündnisse geschmiedet werden? Die Gerüchteküche wird im Wahlkampf brodeln. Bewerbungen nimmt Frau Merkel gerne entgegen, Bewerbungsgespräche sind für Anfang Oktober einzuplanen. Die Partei Die Linke oder gar die Piraten dürften für eine Regierungsbeteiligung, egal in welcher Konstelation, nicht in Frage kommen. Das Ziel von Sara Wagenkencht und Co. kann nur heißen, möglichst sicher die 5% Hürde zu überspringen. Auf Landesebene spielt die Partei nur im Osten eine Rolle, nur von dort kann der Wiedereinzug in den Bundestag gesichert werden. Die Piraten sind sich nach ihrem letztjährigen Höhenflug auf dem Boden der Tatsachen angekommen. So ganz ohne Konzept und Inhalt geht es dann doch nicht.

In Washington feierte Barack Obama die Einführung in seine zweite Amtszeit. Die Euphorie ist deutlich zurückgegangen, dennoch wurde der Anlass genutzt, um Amerikas Feierqualitäten unter Beweis zu stellen. Baustellen gibt es in den USA genug. Die Chancen, dass diese auch etwas konsequenter angegangen werden, stehen gar nicht so schlecht. Obama hat nichts zu verlieren. Es gibt für ihn keine weitere Amtszeit als Präsident, also muss er keine Rücksicht auf unpopuläre Entscheidungen nehmen. Er wird aus Fehler gelernt haben. Allerdings wird er auch jetzt wieder auf Mehrheiten angewiesen sein. Man darf gespannt sein, was die nächsten Jahre bringen. Wenn die USA stark ist, profitiert auch Europa davon.

Thema Europa: Hier hat Englands Premierminister diese Woche die europäischen Staatschefs ziemlich brüskiert. Er will im Jahr 2017 die Briten darüber abstimmen lassen, ob das Land in der EU verbleiben soll. Das schlug erstmal ein wie eine Bombe. Genau so war das auch geplant. David Cameron lotet aus, wie weit er gehen kann. Er will sehen, wo sein Land in der EU wirklich steht, welche Postion es hat. Natürlich geht es auch wieder um Macht. Es ist ein Zeichen, wir sind auch noch da und wir sind selbstbewußt genug, um uns alle Möglichkeiten offen zu halten. Es ist zugleich ein Fingerzeig an die eigenen Bürger, um die eigene Unabhängigkeit zu demonstrieren. So etwas ist sicher populistisch, komt aber oft gut an. Man darf gespannt beobachten, wie Angela Merkel und viele andere einflussreiche Politiker in den nächsten Wochen darauf reagieren und welche Zugeständnisse es vielleicht gibt.

Gerade erst sind die Diskussionen um das neue Sicherheitspaket in deutschen Fußballstadien etwas leiser geworden, es wird sogar sachlich diskutiert, da sorgen (einmal mehr) Frankfurter Chaoten für neuen Zündstoff – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Spiel Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag musste für für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil aus dem Gästeblock Leuchtraketen gezündet und sogar auf den Rasen geworfen wurden. Da kann man nur  den Kopf schütteln. Manche lernen es halt nie. Doch wie will man diese Chaoten, die klar in der Minderheit sind, in den Griff bekommen? Darüber wurde diese Woche einmal mehr heftig diskutiert. Von einem Spiel ohne Zuschauer (= Geisterspiel) bis hin zu Punktabzug war da die Rede. Egal, was letztendlich beschlossen wird. Wenn diese sogenannten Fans nicht von innen heraus, also von den eigenen, friedlichen Anhängern in die Mangel genommen und zurechtgewiesen werden, dann wird sich auch in der Zukunft nichts ändern. Kollektivstrafen hin oder her. Diese Leute, die für solche Aktionen, wie die in Leverkusen verantwortlich sind, müssen von den eigenen Leuten isoliert werden. Anders wird keine Ruhe einkehren.

Blog Kalenderwoche 3 – 2013

Rheinland-Pfalz hat seit dieser Woche seine erste Ministerpräsidentin! Nach rund 19 Jahren endet damit die Regentschaft von „König Kurt“. Er löste 1994 in Mainz Rudolf Scharping ab und führte das Land seitdem mit mehr oder weniger großer Mehrheit. 2006 war er auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere und gewann bei der Landtagwahl die absolute Mehrheit. Doch danach bröckelte ein wenig seine Macht, da er bei vielen Entscheidungen nicht mehr das glückliche Händchen hatte. Am Ende war Beck amtsmüde geworden, die unsägliche Nürburgringaffäre trug nicht unwesentlich dazu bei. Die Opposition im Mainzer Landtag um Julia Glöckner (CDU) griff ihn scharf an, ein Misstrauensantrag scheiterte allerdings. Jetzt muss sich die ehemalige Weinkönigin Glöckner umstellen. So ganz glücklich kann sie mit Beck-Nachfolgerin Malu Dreyer nicht sein. Die hat reichlich politische Erfahrung, spricht durchaus die Sprache der Bürger und wirkt sehr bodenständig. Politische Baustellen gibt es genug, doch Malu Dreyer kann aus ihrer Sicht bei Null beginnen und wird sich von Frau Glöckner nicht beeindrucken lassen. Und die bisher recht guten Umfragergebnisse sind für die CDU eigentlich nichts mehr wert. Es beginnt eine neue Zeitrechnung. Es wird spannend zu verfolgen sein, wie sich die beiden Damen bei politischen Debatten einander begegnen.

Das Debakel beim Bau des neuen Berliner Flughafens war auch in dieser Woche Thema Nr. 1 in den Schlagzeilen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthis Platzeck ist neuer Aufsichtsratchef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Flughafenchef Rainer Schwarz musste seinen Hut nehmen. Doch der Abschiedschmerz dürfte relativ schnell verfliegen. Die Abfindung sollte ihn trösten. Von 1,8 Millionen Euro ist die Rede. Da können die Bürger nur den Kopf schütteln. Egal wie hoch die Summer am Ende wirklich ist: vielleicht hat er ja die Größe und spendet einen Großteil des Betrags. Doch wer glaubt daran?!? Apropos glauben: viele haben den Glauben an eine baldige Eröffnung verloren. Wichtiger als ein neuer Eröffnungstermin wird sein, alle Fehler konsequent aufzudecken und die Öffentlichkeit ehrlich zu informieren. Schockieren kann einen bei diesem Thema sowieso fast nichts mehr. Die nötige Kompetenz hat offensichtlich von Anfang an gefehlt. Am letzten Sonntag war bei Günther Jauch in der ARD der (deutsche) Planer der Olympiabauten von London zu Gast. Der hat erklärt, wie ein solches Großprojekt geplant werden kann bzw. geplant werden sollte und hat aufgezeigt, wie ein Budget eingehalten werden und sogar Geld zurückfließen kann.

Wer hätte das gedacht: beim RTL-Dschungelcamp kann man doch wirklich etwas lernen. Die Ansammlung von D-Stars auf engstem Raum im australischen Dschungel wird von Hochschulen in diesen Tagen gerne als Versuchsobjekt beobachtet. Wie eine zusammengewürfelte Gemeinschaft unter erschwerten Bedingungen sich so verhält und entwickelt, das soll dabei analysiert werden. Ich muss zugeben: auch ich „zappe“ immer wieder mal rein, einfach um zu sehen, wie „trashig“ Fernsehen von heute sein kann und was für Geld und öffentliche Aufmerksamkeit alles auf sich genommen wird. Ich frage mich aber auch: wie viel von dem gezeigten ist echt und wie viel gestellt? Sind wir doch mal ehrlich: wären alle ganz brav und lieb, würde das keinen Menschen interessieren. Also wird mal die „Zicke“ raus hängen gelassen, das Hinterteil gezeigt und es wird aus der Vergangenheit erzählt und gebeichtet. Ich bin mir ziemlich sicher, das RTL im Vorfeld den Akteuren nahe legt, gewisse Erwartungen zu erfüllen bzw. gewisse Rollen zu spielen. Das dann bei manchen Teilnehmern nach wenigen Tagen eine Art „Dschungelkoller“ eintritt, vor allem bei verknappten Lebensmitteln, ist doch nur die logische Konsequenz und gerne mitgenommenes Beiwerk.

Die Bayern haben einen „Neuen“. Josep Guardiola wird den Deutschen Fußballrekordmeister ab Sommer trainieren. Damit hat der Verein das Tauziehen um einen der begehrtesten Trainer der Welt gewonnen. Das Ganze in typischer Bayern-Manier. Ganz heimlich still und leise wurde bereits vor Weihnachten alles unter Dach und Fach gebracht. Die Öffentlichkeit ahnte nichts davon, auch wenn der Name des Spanier im Zuge der Heynckes-Nachfolge durchaus fiel. Umso größer war dann die Überraschung, als der Coup bekannt gegeben wurde. Nicht das große Geld aus England hatte den Ausschlag gegeben, sondern das seriöse und strukturierte Arbeiten in München. Auch als “Nicht-Bayern-Fan” muss man neidlos anerkennen, das der Verein einer der am besten geführtesten der Welt und dabei auch noch schuldenfrei ist. „Pep“ Guardiola wird definitiv auf Geld verzichtet haben, am Hungertuch nagen wird er freilich nicht. Gerade die sehr von sich überzeugten Engländer, waren doch sehr schockiert, dass ihnen die Bundesliga in diesem besonderen Fall zuvorkam. Das konnte auch kein Scheich verhindern. Es spricht für die Bayern und auch den deutschen Fußball im Allgemeinen, dass ein solcher Trainer zukünftig in der Bundesliga an der Seitenlinie steht. Die vielen Glückwünsche, z.B. vom Erzrivalen aus Dortmund, zeigen, wie richtig diese Verpflichtung eingeschätzt wird. Die Bundesliga wird weiter aufgewertet und muss sich vor keiner Liga in Europa mehr verstecken. Als Sahnehäubchen fehlt „nur“ noch ein prestigeträchtiger internationaler Titel.

Blog Kalenderwoche 2 – 2013

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Grenzenlos strapaziert wird auch die Geduld der Berliner Bevölkerung bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens. Ein Debakel droht hier allen Beteiligten. Der Eröffnungstermin ist (wieder einmal) verschoben worden, jetzt soll es ab 2014 von dort in die Wolken gehen. Bis der erste Flieger wirklich startet, dürften noch einige Köpfe rollen. Klaus Wowereit, der regierende Bürgermeister von Berlin, war selten in seiner politischen Karriere so angeschlagen wie in diesen Tagen. Einen Misstrauensantrag hat er überstanden, doch Ruhe dürfte dennoch vorerst keine einkehren. Es geht jetzt eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung. Traurige Randnotiz: viele Geschäftsleute, die auf dem Flughafengelände investiert haben und Geschäfte und Dienstleistungen anbieten wollten, stehen vor der Insolvenz. Kein Flughafenbetrieb, keine Einnahmen. Mal sehen, wann das nächste Kapitel in dieser Posse aufgeschlagen wird.

Um Schadensbegrenzung geht es derzeit auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Keine Woche, wo nicht irgendeine neue Schlagzeile um irgendwelche Honorare die Runde macht. Dazu kommen jetzt auch noch unglückliche Aussagen seinerseits, die in der Boulevard-Presse genüsslich aus dem Zusammenhang gerissen werden. Die Quittung: die SPD kommt in Umfragen derzeit auf nicht einmal 30 % der Stimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss gar nicht viel tun. Sie kann abwarten und zuschauen, was die anderen machen. Sie bekommt die „Punkte“ zurzeit fast geschenkt. Ihre Freude wird aber getrübt durch den desolaten Zustand ihres Koalitionspartners FDP. Nach dem Dreikönigstreffen der Liberalen sollte alles besser werden. Das Gegenteil ist der Fall: es wird mehr diskutiert und spekuliert als vorher. Die Partei ist von der 5 % Hürde, die den Einzug in den Bundestag bedeutet, derzeit genauso weit entfernt, wie Schalke 04 von der deutschen Meisterschaft. Damit würde Frau Merkel trotz 40 % + X ein Koalitionspartner fehlen.

Die katholische Kirche kommt auch nicht zur Ruhe. Ausgerechnet mein Trierer Bischof Stephan Ackermann, der sogenannte Missbrauchsbeauftragte der Katholischen Kirche, muss sich nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer unangenehme Fragen gefallen lassen. Zusammen mit eben jenem Kriminologen sollte die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Priester in der Vergangenheit erfolgen. Statt Imagepflege gibt es jetzt den nächsten Imageschaden: die Aufarbeitung wurde von der Katholischen Kirche gestoppt. Beide Seiten schieben sich nun gegenseitig den schwarzen Peter zu. Egal, wer der Schuldige ist: der Katholischen Kirche hätte daran gelegen sein müssen, diese Sache zu konsequent zum Ende zu bringen. Mit einer lückenlosen Aufklärung ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten und Namen hätte die Kirche zeigen können, welchen Stellenwert die schlimmen Vergehen haben und auch wie wichtig ihr es selbst ist, so etwas in der Zukunft zu verhindern. So werden sich viele Kirchenkritiker wieder in ihrer Meinung bestätigt fühlen, das am Ende des Tages doch wieder alles so ist, wie es schon immer war. An statt sich an einen Tisch zu setzten und intern miteinander zu reden und die Wogen zu glätten, wird jetzt alles in der Öffentlichkeit ausgetragen. Der Kirchenapparat wird immer unglaubwürdiger. Die Opfer fühlen sich nicht ernst genommen und können eigentlich nur den Kopf schütteln.

Trennung, 2/2013: nur wenige Tage nach den van der Vaarts, haben sich die nächsten Promis getrennt. Christian und Bettina Wulff gehen zukünftig getrennte Wege. Die ganz große Überraschung ist das nun sicher nicht, für die Öffentlichkeit aber schon ein gefundenes Fressen. Gerade war es etwas ruhiger geworden um den Ex-Bundespräsidenten und seine Gattin, da „hauen“ die beiden wieder einen raus. Wenn das der Vorsatz für 2013 war, dann haben sie ihn gut umgesetzt. Sorgen machen muss man sich um beide nicht. Die werden sich schon zu trösten wissen bzw. trösten lassen. Christian Wulff kann jetzt endlich wieder in Ruhe an seinem politischen Comeback arbeiten und wird von seiner noch Ehefrau nicht immer gestört. Die geht jetzt alleine auf irgendwelche Empfänge und Bälle. Da wird dann schon irgendein ein Prinz auf sie warten.

Die Oscar-Nominierungen 2013 stehen fest: große Überraschungen blieben aus. Viele Nominierte gehören zu den üblichen Verdächtigen. Zum Beispiel sind Stephen Spielberg als Regisseur und Denzel Washington sowie Daniel Day-Lewis als Hauptdarsteller dabei. Es gibt aber auch einige unerwartete Namen, wie z.B. Bradley Cooper (Hauptdarsteller) und Jennifer Lawrence (Hauptdarstellerin). Die größte Überraschung ist sicher Michael Haneke. Der Deutsch-Österreicher erhielt für sein grandioses Werk „Liebe“ 6 Nominierungen. Dabei gibt es ein Kuriosum: der Film ist sowohl in der Kategorie „Bester Film“ als auch „Bester Fremdsprachiger Film“ nominiert. In der Kategorie „Bester Film“ in einem Atemzug mit Quentin Tarantino und eben Steven Spielberg genannt zu werden, ist schon etwas besonderes. Wer „Liebe“ noch nicht gesehen hat, sollte es unbedingt nachholen. Viele der anderen Filme laufen erst in den kommenden Wochen bei uns an. Die Oscar-Verleihung selbst findet am 24. Februar statt und dürfte durchaus spannend und interessant werden.

Blog Kalenderwoche 1 – 2013

Mein erster Blog 2013, da möchte ich an dieser Stelle noch mal allen ein gutes neues Jahr wünschen. Und es war gleich einiges los, in dieser ersten Kalenderwoche.

Zunächst einmal war die ganze Welt geschockt über diese grausame Tat in Indien. Da wird eine junge Frau von mehreren Männern brutal vergewaltigt – und niemand schaut wirklich hin. Zivilcourage wird in dem Land eher bestraft, als belohnt. Also lieber nicht einmischen. Doch nachdem sich die erste Schockstarre gelegt hat, gingen die Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen Politik und Rechtssprechung. Man kann nur hoffen, dass dieses Verbrechen den Menschen die Augen öffnet und den Weg frei macht, zu mehr Gerechtigkeit und Toleranz. Letztendlich kann sich nur von innen heraus etwas ändern.

Das Jahr hat noch gar nicht richtig begonnen, da wurde schon Abschied genommen: am Donnerstag vergangener Woche fand die Trauerfeier für den im Dezember verstorbenen SPD-Politiker  Peter Struck statt. Er war einer der anerkanntesten und renommiertesten deutschen Politiker. Er wurde über alle Parteien hinweg geschätzt und hatte in seiner Partei verschiedene Posten und Ämter inne. Höhepunkt seiner poltischen Laufbahn war sicher seine Zeit als Bundesminister der Verteidigung von 2002 – 2005. Seine Worte, das Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt werden müsse, sorgten für Aufsehen. Es gab Applaus, aber auch Pfiffe. Letztendlich hatte er nur die Wahrheit gesagt, doch die ist nicht immer schön oder bequem. Doch gerade seine Ehrlichkeit und seine klaren Worte, machten Peter Struck zu einer Persönlichkeit. Er hatte stets mehr als leere Phrasen zu bieten und konnte in Talkshows auch unglaublich witzig sein – ohne sich ständig zu wiederholen. Er wird der deutschen Politik fehlen.

Die erste Promi-Trennung des Jahres liegt auch schon hinter uns. Herr und Frau van der Vaart gehen zukünftig getrennte Wege. Manche zoffen sich an Weihnachten, die beiden haben sich das wohl für Silvester aufgehoben. Silvester birgt aber auch ein hohes Konfliktpotenzial. Oder stimmt das alles gar nicht? Auf jeden Fall hat sich Boris Becker bereits zu Wort gemeldet und Tipps gegeben. Der Ex-Tennisstar ist auch wirklich ein Experte in Sachen glückliche und beständige Beziehungen. In den nächsten Wochen werden wir sicher in allen Einzelheiten die ganze Wahrheit im Trennungs-Drama des niederländischen Glamour-Paars erfahren. Bis dahin darf spekuliert werden – und darauf gewettet werden, wer nach der Scheidung besser wegkommt.

Nach den Diskussionen und Protestaktionen rund um das neue Sicherheitspaket für deutsche Fußballstadien, welches vor Weihnachten auf Druck der Politik von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beschlossen wurde, hat sich jetzt deren neuer Geschäftsführer, Andreas Rettig, zu Wort gemeldet. Er will den Dialog mit Vertretern der Fan-Szene und lud sie prompt für diese Woche zu einem Austausch ein. Die Fan-Szene wiederum hat daraufhin prompt ihre Proteste für vorerst beendet erklärt. Ob die Meinungsverschiedenheiten zwischen Fans und DFL wirklich aus der Welt geräumt werden können, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist es dem eher hemdsärmligen Andreas Rettig, ehemals Manager beim SC Freiburg und dem 1. FC Köln durchaus zuzutrauen, den Streit zu schlichten. Er ist ein guter Gegenpool zu den grauen Eminenzen bei der DFL, die in vielen Fankurven jeglichen Kredit verspielt haben. Doch auch die Fans müssen Kompromissbereitschaft zeigen.

Apropos Fans. Davon hat die Band „Tokio Hotel“ auch einige. Doch die Band und ihre Fans sind älter geworden und irgendwie passt das alles nicht mehr zusammen. Also wird erstmal pausiert. Dafür sitzen die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz jetzt in der Jury der neuen Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ neben Dieter Bohlen. Ihre wie in besten Zeiten sehr gewöhnungsbedürftigen Outfits können nichts daran ändern, das die beiden Jury-Neuzugänge blass blieben. Und auch bei den Zuschauern hielt sich das Interesse noch in Grenzen. Ausgerechnet der altehrwürdige „Stubbe“ im ZDF hatte zeitgleich rund 2,5 Millionen Zuschauer mehr. Das nennt man dann mal Fan-Treue.